Die Anfänge des Vereins  

Vor mehr als fünfzig Jahren entstand westlich von Haselünne eine neue Siedlung, in der sich junge Familien, Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten sowie Einheimische aus Haselünne und der Umgebung ansiedelten.  Für die Kinder der Siedlung kam die Idee auf, ein gemeinsames Fest zu feiern. Mit viel Engagement wurde gemeinsam geübt, genäht und gebastelt, sodass Tanzkleider entstanden und die Bollerwagen der Kleinsten festlich mit Blumen geschmückt wurden.
An einem heißen Sommertag zog schließlich eine fröhliche Kinderschar, begleitet vom Akkordeonspieler Werner Töller, durch die damaligen Straßen der Siedlung. Auf dem Spielplatz zwischen dem Fasanen- und  Amselweg wurden anschließend die vorbereiteten Spiele und Tänze aufgeführt. Das erste Sommerfest war ein großer Erfolg und stärkte das Gemeinschaftsgefühl der Bewohner.
In der Folge trafen sich einige Siedlungsbewohner in der Gaststätte Hensen, um über eine feste Gemeinschaftsform nachzudenken. Dabei entstand die Idee, einen Verein für die gesamte Siedlung zu gründen, um durch regelmäßige Feste den Zusammenhalt zu fördern. Schon früh setzte sich die Mehrheit für die Gründung eines Schützenvereins ein, der zwar nur männliche Mitglieder aufnehmen sollte, aber dennoch alle Bewohner der Siedlung in die Aktivitäten einbinden wollte.
Wichtige Unterstützer dieses Vorhabens waren mehrere engagierte Bewohner, die gemeinsam mit sachverständigen Helfern und der Familie Hensen, die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte, die Grundlage für den Verein schufen. Bereits im ersten Jahr sollten zahlreiche Feste stattfinden, um eine lebendige Tradition zu begründen, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen ansprach.


Die Vereinsgründung

Die drei sogenannten „Vereinsgründungsurkunden“ zeigen, dass die Männer der Stadtmark-Siedlung die Gründung ihres Vereins klar geplant und entschlossen umgesetzt haben.
Die erste Urkunde war eine Einladung an alle Bewohner zu einem Treffen am 21. Juli 1962 um 20:00 Uhr in der Gaststätte Maria Hensen. Die zweite Urkunde hält die Niederschrift dieser Versammlung fest: 65 Personen kamen zusammen, um zu entscheiden, ob ein jährliches Sommerfest veranstaltet oder ein Schützenverein gegründet werden sollte. Die Mehrheit sprach sich für die Gründung des Schützenvereins aus, der als eingetragener Verein mit einer Satzung festgelegte Regeln für seine Mitglieder haben sollte.
Die dritte Urkunde ist die Mitgliederliste mit den 37 Gründungsmitgliedern der ersten Stunde.

G. Hensen, R. Wursthorn, G. Keller, H. Braun, K. Zachow, Th. Micheel, W. Töller, H. Nakat, H. Marksteiner, H. Kluge, E. Dittmann, J. Schröder, H. Brinkmann, H. Bruns, F. Forsting, E. Lichtenstein, J. Berns, O. Böhnke, P. Scheerhans, A. Seidel, A. Töller, A. Wursthorn, H. Opitz, G. Brümmer, L. Kaminski, G. Herbers, Hu. Wursthorn, He. Wursthorn, F. Koormann, G. Höng, M. Riedel, R. Wolff, A. Nyland, Wa. Wursthorn, B. Schicht, D. Willamowski und O. Wursthorn.  


In den Tagen nach der Gründung traten 23 weitere Personen bei, im Oktober noch einmal acht, sodass der Verein am Ende seines ersten Jahres 68 Mitglieder zählte.


Wichtige Entscheidungen

Auf der Gründungsversammlung des Schützenvereins wurde der Mitgliedsbeitrag auf 0,50 DM pro Quartal festgelegt. Da Bankabbuchungen damals noch nicht üblich waren, sammelten die Kassierer das Geld von Haus zu Haus ein.
Mitglieder konnten zunächst nur Männer werden, genauer: die Haushaltsvorstände. Ein Austritt aus dem Verein war nur zum Jahresende oder nach einer vierteljährlichen Kündigungsfrist möglich. Die Vereinsgründung wurde am 19. Februar 1963 im Vereinsregister des Amtsgerichts Meppen offiziell eingetragen.
Besondere Beschlüsse prägten das Vereinsleben: Ab 20. Juli 1963 sollte bei allen wichtigen Anlässen der Schützengruß „Gut Schuss“ ertönen, und ab 28. Mai 1965 wurde der Schützenumzug auf den neuen Teil der Siedlung ausgeweitet. Bald darauf folgten Erntedankfest, Nikolausumzug sowie Frauen- und Adventsabend. Die Schützen konnten außerdem ihr Können mit Luftgewehr und automatischer Trefferanzeige trainieren.
Für das erste Schützenfest 1963 stifteten die Bewohner eine Vereinsfahne. Den Titel des ersten Schützenkönigs übernahm Franz Zielinski, seine Frau Minna wurde Königin, unterstützt von den Thronpaaren Karl und Wilhelmine Zachow sowie Gerhard und Berta Herbst.
Ein bedeutender Schritt in der Vereinsgeschichte war 2022 die Öffnung für Frauen. Bereits im ersten Jahr traten 20 Frauen bei, die nun auch die Möglichkeit haben, Schützenkönigin zu werden.